Im Märzen & der ARD: 3 Tatort-Wiederholungen

Sarah zeigt, dass sie stärker ist, als die Polizei erlaubt & glaubt

Die ARD und ihre 3. Programme wiederholen Anfang März Schlag auf Schlag drei Tatorte: Der NDR startet am 1.3. um 22 Uhr mit der SWR-Produktion „Die schöne Mona ist tot“, der SWR sendet einen Tag später zur gleichen Uhrzeit „Das Wunder von Wolbeck“, am Freitag darauf, am 4.3., strahlt Das Erste, ebenfalls um 22 Uhr, den Stuttgarter Tatort „Happy birthday, Sarah“ aus (der von Einsfestival ab 0:05 wiederholt wird).

„Wolfgang Stauch heißt der Autor des Stücks“, schreibt Ulrich Feld in der Frankfurter Neuen Presse anlässlich der Wiederholung (!) des Tatorts, „und der hat hier eine ausgezeichnete Leistung abgeliefert. Schon wie Lannert und Bootz ermitteln, verhören, forschen und Stück für Stück das Puzzle zusammensetzen - da fühlt sich der Zuschauer wie in einem echten Kriminalfall. Die Handlung ist dicht gestrickt, schlägt einen Haken nach dem anderen und hat enorm Tempo. Sogar einigen Witz und eine kleine Autojagd gibt es: Sowas macht sich im Krimi halt oft sehr gut. Es ist sehenswert, was Regisseur Oliver Kienle aus der Geschichte und dem Budget herausholt. Zwar gibt es etliche Szenen aus dem Privatleben von Bootz zu sehen. Die wirken aber, eine Seltenheit im TV-Krimi, hier mal nicht deplatziert: Stauch hat Bootz' Privatleben sehr geschickt mit der Krimihandlung vernetzt. „Happy Birthday, Sarah“ ist ein echtes Glanzstück aus Stuttgart, das auch in der Wiederholung noch sehenswert bleibt.“


Weihnachts - Tatort ‘Côte d’Azur’ am 1. November in der ARD: „Eine kleine, subtile Kriminalgeschichte über Leute, für die sich normalerweise keine Sau interessiert.“

Franzi wäscht Wäsche, Bill hat eingepullert

Die Côte d'Azur ist ein Stück Küste in Frankreich und der Titel eines eigentlich als Weihnachtsfolge konzipierten SWR-Tatorts, nun ist die Erstausstrahlung auf den 1. November vorverlegt worden - zum üblichen Sonntagabendtermin in der ARD um 20:15 Uhr. „Ed Herzog und Wolfgang Stauch“, findet TV Spielfilm, „haben u. a. den famosen „Polizeiruf 110: Die Gurkenkönigin“ fabriziert. Ein feines, mit Empathie gezeichnetes Figurenensemble zeichnet auch ihre sechste Zusammenarbeit aus.“
Und Jens Szameit von der Teleschau meint: „Es ist eine kleine, subtile Kriminalgeschichte über Leute, für die sich normalerweise keine Sau interessiert Auch nicht im „Tatort“, wo so mancher Schreiber unterhalb der Weltverschwörung keinen Fall mehr anlegt.
Zwischen den beiden Ermittlern ist bei all dem derart viel Gezänk und wenig Empathie, dass man das beschlossene Ende des Duos schon riecht. Bis dahin aber entlädt sich vieles in lakonischer Komik, trefflichem Wortwitz und ganz am Ende sogar in jahreszeitlich bedingter Besinnlichkeit. „Frohe Weihnachten“, wünscht man sich allenthalben. Schade ist da nur - der Hinweis sei an die unergründliche ARD-Pogrammplanung gerichtet - dass es in Wirklichkeit erst Anfang November ist.“

Auch Spiegel-Rezensent Christian Buß - anders als Holger Gertz in der Süddeutschen - gefällt der Film: „Ein Baby, viele Väter, allesamt Alkoholiker. Das klingt nach fahlem Sozialreport, das ist in Wirklichkeit aber der „Tatort“ mit den funkelndsten Dialogen seit geraumer Zeit. Immer wenn man im Laufe dieses Krimis aus dem Obdachlosenmilieu denkt, die Figuren sind auf dem besten Weg, zu Penner-Pappkameraden zu verkommen, hauen sie eine Zeile für die Ewigkeit raus. (...) Gelegentlich übersteuern die Darsteller ihre Elendsperformance - wie sie aber als Asis mit Attitüde das komplizierte Sozialgeflecht in ihrem Clochard-Kosmos tragikomisch auf den Punkt bringen, das ist großes Dialogfernsehen.“ Matthias Hannemann in der FAZ sieht das ähnlich: „Dabei glänzt die Episode „Côte d’Azur“ vor allem durch die Dialoge, mit denen die Tristesse jenen Hauch des Unterhaltsamen bekommt, den es bei einem solchen Sujet braucht, soll einem nicht die Luft wegbleiben. Die Sätze, die Wolfgang Stauch zurechtfeilt, können erschreckend hart sein.“

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Drehstart für ‘Emma nach Mitternacht - Frau Hölle’

Frau Hölle und Frau Mayer - Frau Harfouch und Frau Riemann

'Emma nach Mitternacht' wird fortgesetzt, ab 16. Juli produziert der SWR in Eigenregie die zweite Folge mit den märchenhaften Episodentiteln, diesmal steht 'Frau Hölle' im Mittelpunkt. Die Geschichte der Ingenieurin Katharina Holl, die fest davon überzeugt ist, aus Nachlässigkeit für den Tod von 12 Menschen verantwortlich zu sein. Vier Tage, bevor der Prozess gegen sie beginnt, ruft sie in Emma Mayers „Emma-nach-Mitternacht-Radio-Show“ an und deutet an, dass sie sich eher umbringt, als ins Gefängnis zu gehen. Emma versucht das zu verhindern. 

KATHARINA HOLL
Sie glauben, ich bin unschuldig?
EMMA
Nein.
KATHARINA HOLL
(etwas pikiert)
Sondern?
EMMA
Dass man sich auch nicht umbringen muss, wenn man schuldig ist - was sicher leichter fällt, wenn man nicht ganz so schuldig ist, wie man denkt. 

Regie führt wie bei Folge 1 Torsten C. Fischer, Redakteur ist Uli Herrmann, Producer Uwe Franke, hinter der Kamera steht Stefan Sommer. Neben Katja Riemann ist Andreas Schmidt als Redakteur Benno Heinle wieder mit von der Partie und Karoline Eichhorn als Barbara Petzak. In der Episodenhauptrolle ist diesmal Corinna Harfouch zu sehen,  in weiteren Rollen u.a. Christoph Bach und Peter Sattmann.

Die ARD strahlt die erste Folge der Reihe - 'Der Wolf und die 7 Geiseln' -  im kommenden Winter, vermutlich im Januar, aus, 'Frau Hölle' wird im gleichen Jahr folgen.

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Tatort ‘Happy birthday, Sarah’ - Wiederholung am 31.3. im Dritten des SWR

Küche mit Kampfhund

Nach der Mona im ORF und dem Andi in der ARD jetzt die Sarah im SWR. (Bevor die Mona noch mal in der ARD zu sehen ist und danach, im Herbst, die Emma.) Der SWR wiederholt am Dienstag, den 31.3., den Tatort „Happy birthday, Sarah“ zur Primetime um 20:15 Uhr in seinem 3. Programm. 

„Ein grimmiger und überraschender Krimi, der den Stuttgart-„Tatort“ aus seiner Erstarrung reißt“, lobt Christian Buß bei Spiegel online, “ der gekonnt Hochkultur auf Hochhaussiedlung treffen lässt, (...) sich aber trotz aller plakativen Ausschmückung Zeit nimmt bei der Beobachtung seiner Charaktere und auch riskante Wendungen glaubhaft auserzählt. Drehbuchautor Wolfgang Stauch hatte schon Tiefe in den letzten Bodensee-„Tatort“ gebracht, der erst 31-jährige Regisseur Oliver Kienle (...)  wagt inszenatorisch den einen oder anderen interessanten Move im so lange erstarrten Stuttgarter „Tatort“.“ Und die Kollegen von Focus.de resümieren: „Happy Birthday Sarah“ ist ein stimmungsvoller, bewegender und stellenweise komischer Film über die Liebe und die Sehnsucht nach gesellschaftlichem Aufstieg.  (...) Die sonst schon mal etwas bieder und steif daherkommenden Schwaben überraschen im 13. Einsatz von Lannert und Bootz mit einer bis zum Schluss spannenden und stimmigen Mischung aus Krimi und Sozial-Drama mit hervorragenden Hauptdarstellern.“

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„Großes Loser-Kino“ (Spiegel online): ‘Der Andi ist wieder da’ - am 18.3. in der ARD

Der Ecki ist fest davon überzeugt, den Andi beschützen zu müssen

Seine kleine badische Heimatstadt hat Andreas Schäfer nach der Schulzeit so schnell wie möglich hinter sich gelassen. Er ging nach Berlin, um Architekt zu werden und Ehrgeizigeres zu bauen als Einfamilienhäuser in der Provinz.

Jetzt, viele Jahre später, steht er vor dem beruflichen Aus. Weil er nicht weiß, wie es weitergehen soll, flieht Andi erst mal zurück nach Ellingen, wo ihn Mutter Hilde und der behinderte Bruder Ecki freudig empfangen: „Der Andi ist wieder da!“ (Trailer bei TV-Spielfilm ansehen.)  

Aber mit seinem mittleren Bruder Micha steckt er sofort in den alten Konflikten, zudem war das Verhältnis zum Vater ohnehin nie gut und wird auch jetzt nicht harmonisch.

Andi bringt es nicht fertig, der Familie seine prekäre Lage einzugestehen, und gibt den Überflieger, der nur mal eine kleine Pause macht. Zumal es sich herausstellt, dass Micha und der Vater im Handwerksbetrieb der Familie massive Schwierigkeiten haben. Je länger Andi bleibt, desto mehr spitzen sich die Spannungen zwischen den Männern zu, und diesmal lassen sich die Gründe dafür nicht wieder totschweigen.

Was bedeutet Heimat einem modernen Großstädter? Kann er etwas damit anfangen, ist sie womöglich ein Zufluchtsort in schwierigen Zeiten? Oder doch eher ein Hemmschuh auf dem Weg zu einer selbstbestimmten Identität? Für Andi ist die Provinz, in der er mal Zuhause war, eine ambivalente Angelegenheit. Und eigentlich ist sie das auch für die dort Zurückgebliebenen.

Glaubhaft und unaufgeregt erzählen Autor Wolfgang Stauch und Regisseurin Friederike Jehn in ihrem Film von den Zwängen, die durch Familienbindungen entstehen, vom Prüfstein, zu dem eine Familie werden kann, aber durchaus auch von Aufgehobensein und neuer Freiheit.

(Quelle: www.daserste.de)

„Der Andi ... “ wurde bereits bei den Filmfesten in Ludwigshafen, Biberach und Stuttgart gezeigt, der Film ist eine Produktion von SWR (Brigitte Dithard & Manfred Hattendorf) und Maranfilm (Uwe Franke & Sabine Tettenborn). Hinter der Kamera stand Jürgen Carle und davor standen u.a.  Nicholas Reinke, Michael Kranz, Tilo Prückner, Dagmar Leesch und Emanuel Fellmer. 

Über alldem“ - schreibt Jens Szameit ('teleschau - der mediendienst') - „schwebt die universale Frage nach dem diffusen Gefühl von Heimat, einer emotionalen Zugehörigkeit, die einen jeden betrifft und doch so selten im Fernsehspiel ernsthaft und mit der gebotenen Ambivalenz verhandelt wird. In Deutschland werden die abgründigsten Krimis gedreht, die schaurigsten Mittelalterschinken, die aufrüttelndsten Brennpunktdramen, die dunkelsten Weltkriegsstücke und manchmal sogar ein Katastrophenfilm. Aber dass mal einer unerschrocken in die unendliche Schönheit und Traurigkeit einer völlig banalen Allerweltsexistenz blickt, darauf wartet man regelmäßig gefühlte Jubeljahre. Auch deshalb ist einem nach diesem großartigen Film nach heulen zumute.“

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Emma-Trailer online

Der SWR hat, samt kurzer Pressemitteilung, einen Trailer der ersten Folge von 'Emma nach Mitternacht - Der Wolf und die sieben Geiseln' online gestellt. 

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‘Die schöne Mona’ stirbt im ORF -am 1.3. um 20:15 Uhr

Der ORF 2 wiederholt am Sonntag, den 1.3.15 um 20:15 Uhr und am Montag, den 2.3., die im Frühjahr 2013 uraufgeführte Tatort-Folge von Wolfgang Stauch und Ed Herzog: 'Die schöne Mona ist tot'.
„Einen Film“, meinte Heike Hupertz in der F.A.Z. ,“in dem die Kommissare Perlmann (Sebastian Bezzel) und Blum (Eva Mattes) ermitteln, so wie in deutschen Krimis eben üblich, Indiz auf Indiz und Motiv auf Motiv häufend, aber eben nur fast so. Auch ihr Tun hat einen doppelten Boden. Zwei Hauptverdächtige, Seitz (Sylvester Groth) und Schönborn (Ronald Zehrfeld), gibt es. Wer war’s? Fein säuberlich präpariert Klara Blum jedem seine Mordmotive heraus, unterstellt Verständnis, ja, Mitgefühl, um sie zum Geständnis zu bewegen. Jeder der beiden hatte Grund genug, Mona zu töten, ermuntert Blum. Man muss es ihr nur sagen. Doch das Geständnis lässt auf sich warten. Und auch die Leiche muss so lange verschwunden bleiben, bis dieser „Tatort“ unter Beweis gestellt hat, dass er tiefere Bedeutung anstrebt als Scherz und Ironie, die dem Genre als Differenzierungsmerkmal noch zur Verfügung zu stehen scheinen. „Die schöne Mona ist tot“ ist endlich wieder ein Grund, den „Tatort“ einzuschalten.“
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Drehstart: ‘Tatort - Côte d’Azur’

Die (Weihnachts-)Männer von der Côte d'Azur: Bill, Hagen und Urs.

Aller guten Dinge sind sechs: Ed Herzog - der gerade mit seinen fast nur in Bayern gezeigten 'Winterkartoffelknödeln' und Sebastian Bezzel in der Hauptrolle eine beachtliche Platzierung in den Kinocharts eingenommen hat - dreht ab 4. November den Tatort 'Côte d'Azur'. Sein inzwischen sechster Film nach einem Buch von Wolfgang Stauch (u.a.: Die Gurkenkönigin, Die schöne Mona ist tot, Unter Verdacht: Brubeck). 

Ein Weihnachtstatort im, ja, Weihnachtsmannmilieu, oder besser: Im gehobenen Nicht-Sesshaften-Milieu. Schicksale, Biografien, Menschen, die aufbrachen - um nie dort anzukommen, wo sie hinwollten. Oder, wie Klara Blum (Eva Mattes) über die mordverdächtige Franziska Schmitt (Friederike Linke) sagt: „Hätte sie nur ein einziges Mal die richtige Abbiegung genommen im Leben.“ Oder, um es mit weniger freundlichen Worten Perlmanns (Sebastian Bezzel) zu sagen: „Ich bin mir nicht sicher, ob nach einem Container Wein pro Person die Psychologie noch im Zentrum des Handelns steht. Da setzt sich einfach das Tier im Menschen durch.“

So oder so ... Vanessa (Mandy Rudski), wie schon ihre Mutter auf Hartz IV und alleinerziehend (Perlmann: „Da wird Familientradition noch groß geschrieben!“), wird mit einer Axt erschlagen. Und das Baby, das sie im Kinderwagen dabei hatte, wird nicht gleich entdeckt und erfriert fast: das Versagen Perlmanns; der in dieser Geschichte heftig mit Kollegin Blum aneinandergerät. weiterlesen Seitenanfang